Wir sind das Volk.

Zwei aus dem Volk sagen ihre Meinung.

Die Mittelschicht betrügt sich selbst

with one comment

Unter dieser Headline wurde vor ein paar Tagen auf Spiegel Online ein ausgesprochen lesenswerter Gatskommentar veröffentlicht: Die mittelschicht betrügt sich selbst. Als ständig überarbeiteter Unternehmer, der unter der Last der staatlichen Abgaben ächzt und stöhnt – und der es definitiv nur bis in die Mittelschicht geschafft hat, fühle ich mich von diesem Artikel sehr betroffen.

Die Diskussion, die Ulrike Herrmann hier anreißt, ist mit Sicherheit mehr als überfällig! Natürlich ist die Selbsttäuschung und das unbedingt mehr sein wollen, als man wirklich ist, ein perfekter Nährboden, um mich – und sicherlich auch viele andere – dazu zu bewegen, eigentlich eindeutig falsche und für sich selbst und die ganze Mittelschicht sogar unsinnige Entscheidungen mit zu tragen. Wer fühlt sich nicht gebauchpinselt, wenn sie oder er „großzügig“ zur Elite hinzugezählt wird?

Der erste und zunächst wichtigste Schritt für uns vom Elitedünkel verwirrte Mittelschichtler ist mit Sicherheit der, zu begreifen, wo wir sind und wohin wir gehören! Erst dann können wir anfangen, die Entscheidungen im Staat auf die dann hoffentlich real verstandene, eigene Situation zu reflektieren.

Wir sind die Mitte, wir sind das „Wahlvieh“, die große, bunte Masse, an der der Staat aufgehängt ist.
Und wir sind eigentlich viele, die zusammen große Stärke besitzen. Aber in dem Kleinglauben auf dem Weg in die Elite quasi fast schon beinahe dazu zu gehören, wird jeder einzelne von uns korrumpiert. Statt zusammen stark zu sein sind wir eitel, eingebildet – und schwach.

Hey, Ihr anderen Mittelschichtler, wo seid Ihr? Wollen wir nicht endlich aufhören, von der Elite zu träumen und statt dessen lieber die Probleme genau dort angehen, wo wir heute stehen?

Written by mjuenemann

15. April 2010 um 17:21

Eine Antwort

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  1. Hallo, Herr mj,
    ich kann Ihren Kommentar gut verstehen.
    Mein Einkommen lag auch einmal im Monat, bei weit über 25.000,– DM netto.
    Nur ich habe nie ein Problem gehabt, mich mit meinen
    ehemaligen Arbeitskollegen zu treffen.
    Ich habe nicht abgehoben.
    Es ist wie beim Auto, 6 Zylinder ersetzen noch
    keinen Gentlemen
    Entschuldigen Sie bitte, wer gehört heute schon
    zur Mittelschicht???
    Jedem, von uns kann es sehr schnell treffen???
    Scheidung, Krankheit, etc!!!
    Arroganz und Überheblichkeit, das ist heute unser
    Statussymbol.

    Mit freundlichen Grüßen

    M. Rahnert

    Manfred Rahnert

    4. Oktober 2010 at 17:49


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