Wir sind das Volk.

Zwei aus dem Volk sagen ihre Meinung.

Und wieder Piraten…

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Auf  Blinzeln fand ich 23 Gründe, die Piratenpartei zu wählen.

Soweit, so gut. Allerdings fehlt mir da ein bisschen der echte Dialog und ein wenig selbstkritisches Hinterfragen. Natürlich – im Wahlkampf ist soetwas kaum gewünscht.

Es geht vor allem um ganz einfache, simpel ausgedrückte und eingängige Sätze. Bloß niemanden mit Inhalten verwirren und auf keinen Fall schwer zu vermittelnde Konzepte ansprechen. Das machen ja alle großen Parteien in diesen Tagen wieder perfekt vor. Und in dieser Beziehung lernen die Piraten fleißig dazu.

Nicht verwechseln, dies ist NICHT eine offizielle Stellungnahme der Piraten! Es ist eine persönliche Äußerung des „Blinzeln“-Blog-Betreibers. Gerade das macht es so interessant. Er ist nach eigenem Bekunden ein Sympatisant, aber „noch kein Mitglied der Piraten“. Und damit reflektiert er auf interessante Weise, was von den Aussagen und Ideen der Piraten bei einem Internet-affinen Nichtpiraten eigentlich angekommen ist.

Einfach mal lesen.

Nicht das es falsch verstanden wird – ich bin ebenfalls ein Sympatisant und kein Mitglied der Piraten. Ich ringe nach wie vor damit, dass die Piraten zur Zeit der einzige Ausweg aus der schweren, politischen Krise sind – aber zugleich Meinungen vertreten, die ich in dieser Form nicht (alle) teilen kann.

Da hilft nur eins: Sprechen, diskutieren, bloggen, Blogs lesen und weiter diskutieren!

Written by mjuenemann

27. August 2009 um 15:45

Veröffentlicht in demokratie, Wahlkampf

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4 Antworten

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  1. Schwere, Politische Krise? Wo siehst du eine schwere, politische Krise? Ich sehe vor allem eine kommende Bundestagswahl und ich sehe eher zähen Wahlkampf, weil mindestens eine Partei es bis dato nicht nötig hält, Wahlkampf zu führen, was ich für einen fatalen Fehler halte.

    Andererseits: Wo siehst du Potential der Piratenpartei, diese „schwere, politische Krise“ aufzulösen? Zu den derzeitigen politischen Themen wie beispielsweise der zukünftige Weg, die Ausläufer der Wirtschaftskrise zu meistern, den Finanzmarkt zu regulieren, die Position der Bundesrepublik im Rahmen von Auslandseinsätzen etc. pp., da sehe ich von der Piratenpartei derzeit keinerlei Programmatik außer so Äußerungen, man wolle sich an das Grundgesetz halten. Das ist keine Kunst, daran habe ich mich auch zu halten.

    Fasse das nicht als vernichtende Kritik auf, ganz im Gegenteil – ich würde gern verstehen, was der Auslöser für solche Äußerungen wie „schwere, politische Krise“ ist, denn da müssen wir anfangen.

    Besim Karadeniz

    27. August 2009 at 17:52

    • Hi, Danke für Dein schnelles Feedback.

      Basierend auf den letzten Monaten besteht für mich die „derzeitige, schwere poitische Krise“ aus dem Unvermögen unserer Parteienlandschaft, echte Alternativen auszubilden. Die Auseinandersetzungen der letzten Monate haben zum Beispiel gezeigt, dass die Parteien mit dem neuen Medium Internet und insbesondere mit den Menschen, die dieses wie selbstverständlich verwenden, in keiner Weise umgehen können. Sie haben keinerlei Ideen, ja, sie verstehen nicht einmal die anstehenden Probleme und die derzeit ablaufende „Revolution“ in allen Lebensbereichen.

      Natürlich ist die digitale Revolution bei weitem nicht das einzige politische Thema. Trotzdem war z.B. gerade die Auseinandersetzung um Internetsperren ein dramatisches Signal, dass die Politik – und hier leider alle etablierten Parteien fast gleichermaßen – überhaupt gar nicht auf die digitale Zukunft vorbereitet ist. Das ist für mich als Internet-affiner Mensch bereits eine schwere politische Krise. Es macht es mir unmöglich, einer der etablierten Parteien meine Stimem anzuvertrauen.

      Natürlich ist es zu kurz gedacht, das ganze Leben auf das Internet zu beschränken. Es gibt beileibe auch noch andere, existenziell wichtige Themen. Nur leider zeigen die politischen Akteure hier nahezu dieselbe Unfähigkeit! Es fällt ihnen in vielen anderen Bereichen nur leichter, diese – vor mir – zu verschleiern, da ich nicht in allen Bereichen über dieselben, umfassenden Hintergrundinformationen verfüge. Aufgestachelt durch die jüngsten Ereignisse habe ich gerade in der letzten Zeit auch in manch anderen Bereichen die politischen Meinungen der bekannten Parteien wieder einmal intensiv hinterfragt. Und quasi jedes Thema endet irgendwann damit, dass ich einsehen muss, dass auch hier vor allem Unvermögen und wenig zweckdienliche Motivationen die meist sehr dünnen Lösungsvorschläge beherrschen.

      Und leider hat die Piratenpartei in meinen Augen eben (noch?) nicht das Potential, diese Krise aufzulösen. Möglicherweise entwickelt sich da etwas, das – wenn sie genug Zuspruch und Unterstützung bekommen – eines Tages wirklich eine Alternative bieten kann. Derzeit ist das Programm sehr dünn, und davon kommt selbst bei den Sympatisanten nur wenig an. Genau das zeigt ja der Blog-Beitrag, den ich verlinkt habe. Dies zu sehen und damit zu ringen ist derzeit meine eher persönliche Krise.

      In meinen Augen befindet sich jedoch unser ganzes Deutschland in einer schweren, politischen Krise. Eine Demokratie, in der es keine vernünftigen, gegensätzlichen Standpunkte mehr gibt, keine intensiven Auseinandersetzungen, kein anstrengendes, mühevolles Ringen um den richtigen Weg, ist in großer Gefahr!

      mjuenemann

      27. August 2009 at 18:20

      • Also pardon… die deutsche Politik besteht aus ein Kleinwenig mehr, als aus der Netzpolitik. Damit will ich keineswegs Zensursula für gut heißen – da habe ich meine eigenen Probleme damit – aber ich muss als politisch interessierter Netizen auch akzeptieren, dass in der Politik das Thema Netzpolitik eher weiter unten rangiert.

        Dass hier deshalb eine Krise der Politik begründet sein soll, ist für mich nicht nachvollziehbar. Da gibt es ganz andere Baustellen, die erheblich „krisenanfälliger“ wäre, aber auch da sind wir von einer „echten“ Krise, wie sie beispielsweise zu „italienischen“ Verhältnissen führen könnten, sehr weit entfernt.

        Dein Eindruck, es gäbe keine gegensätzlichen Standpunkte mehr in der der deutschen Politik, teile ich ebenfalls überhaupt nicht. Ich kenne genügend andere Bananendemokratien, in denen über die meisten Themen bei weitem nicht so viel diskutiert und abgewogen wird, wie in Deutschland. Ich halte ausgiebige Diskussionen für einen Fortschritt, der zu erhalten ist. Der wird uns möglicherweise auch eher davor bewahren, britische Verhältnisse zu bekommen, in denen das Volk sich quasi alles reglementieren lässt, was nur geht.

        Wie lange das in Britannien gut geht, ist für mich eine bedeutende Frage und vor allem ist es ein deutliches Zeichen, dass ich in so eine Richtung auf gar keinen Fall will.

        Besim Karadeniz

        27. August 2009 at 22:46

      • Also Pardon – dass die deutsche Politik aus etwas mehr als nur der Netzpolitik besteht, habe ich doch eigentlich sehr deutlich geschrieben. Das Thema ist nicht besonders wichtig in der deutschen Politik – und dient zur Zeit hauptsächlich der Familienministerin dazu, Stimmen für den Wahlkampf zu gewinnen. Das es darüber hinaus ganz andere, existenziell viel wichtigere Themen gibt, steht doch wohl außer Zweifel.

        Die Krise ist denn auch nicht in der Netzpolitik begründet. Aber dort – wie auch anderswo – zeigt sie sich. Die Krise liegt vor allem in der Alternativlosigkeit der deutschen Politik. Das ist weder mit Italien, noch mit Großbritannien zu vergleichen. Unsere deutschen Verhältnisse sind zur Zeit ein ganz und gar eigenes Szenario. Und genau hier sehen ich aktuell eine deutliche, politische Krise. Wir brauchen endlich wieder eine intensive politische Diskussion um Inhalte! Und nicht das, was uns hier im Wahlkampf an Theater, Polemik und öffentlichkeitswirksamer Augenwischerei geboten wird. Da die meisten „alten“ politischen Akteure offensichtlich nicht an inhaltlichen Auseinandersetzungen interessiert sind, brauchen wir „neue“ Akteure, die es schaffen, die Politik wieder auf Inhalte zu konzentrieren. Möglicherweise könnten das irgendwann die Piraten sein. Vielleicht findet auch eine der etablierten Parteien irgendwann den Weg zurück zum Wesentlichen.

        Auf jeden Fall muss dringend etwas passieren in der politischen Landschaft. Ansonsten befürchte ich, dass alle wirklich existentiell wichtigen Themen – von der Rente bis zur Steuerreform – auch weiterhin unangetastet bleiben. Und diese „Pulverfässer“ werden früher oder später alle explodieren.

        mjuenemann

        28. August 2009 at 18:41


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