Wir sind das Volk.

Zwei aus dem Volk sagen ihre Meinung.

Ich und die Piratenpartei

with 31 comments

Wie schon so oft in unserem Blog gesagt: Demokratie ist Schwerstarbeit und oft sehr unbequem… auch für mich: Seit einigen Tagen kämpfe ich mit mir, ob ich meine Meinung über die Piratenpartei hier im Blog aufschreiben soll. Aufgrund des vielen Feedbacks zu meinen letzten Artikeln habe ich mich nun endlich dazu durchgerungen.

Zusammen mit Zensursula tauchte die Piratenpartei erstmals in meinem Leben auf. Mein erster Gedanke: Endlich mal eine Partei, die sich um die richtigen Themen kümmert! Doch von Anfang an war da dieser Name… „Piratenpartei“ oder „Die Piraten“ klingt nicht gerade vertrauenserweckend. Gut „Bündnis 90/Die Grünen“ klingt auch nicht soo viel besser… oder doch? Unter den Grünen kann man sich ja mittlerweile etwas vorstellen, nach fast 30 Jahren politischer Betätigung geben sie mittlerweile ein Bild ab. Das ist zwar nicht immer ganz deutlich, aber es geht doch im großen und ganzen um die ökologische Verantwortung in allen Lebensbereichen.

Als die Grünen damals anfingen, da war das Bild noch etwas anders. Wenn ich mal tief in die Kiste meiner Vorurteile aus den 80er Jahren greifen darf: Das waren so richtige „Ökos“ mit Zopf, Schloddersachen aus Baumwolle, Umhängetasche, Birkenstocksandalen und anti-Atomkraft Sticker. Das waren damals irgendwie sonderbare Leute, aber das sie sich für die Umwelt einsetzen, war schon damals sehr positiv (an dieser Stelle bitte ich alle Grünen um Entschuldigung, das ist einfach ein Bild aus meiner Vergangenheit).

Zurück zu meinem Thema: Bei den Piraten fallen mir zuerst Seeräuber mit einer Totenkopfflagge ein – Ein kurzer Blick in die Wikipedia bestätigt den ersten Eindruck: „Bei Piraterie oder Seeräuberei, handelt es sich um Gewalttaten, Eigentumsdelikte oder Freiheitsberaubungen, die zu eigennützigen Zwecken von einem See- oder Luftfahrzeug aus auf Hoher See oder in anderen Gebieten verübt werden, die keiner staatlichen Gewalt unterliegen.“
Ja, ich weiß, das es sich hierbei nicht um das Parteiprogramm der Piratenpartei handelt. Trotzdem: Saublöder Name!

Man sollte eine Partei aber natürlich nicht nach ihrem Namen beurteilen! Also werfen wir einen Blick in das Parteiprogramm: Das Programm ist noch sehr übersichtlich: es beeinhaltet genau 6 Punkte:
– Urheberrecht und nicht-kommerzielle Vervielfältigung
– Privatsphäre und Datenschutz
– Patentwesen
– Transparenz des Staatswesens
– Open Access
– Infrastrukturmonopole

Alle diese Punkte sind gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig! Obwohl es nicht einmal annähernd alle wichtigen Themen des 21. Jahrhunderts sind – auch, wenn die Piratenpartei das ständig wiederholt.
Vielleicht sind diese Themen sogar ein wenig vergleichbar mit den „Öko-Parolen“ der Grünen in den 80ern. Aber ich persönlich frage mich doch: Wo bleibt der Rest? Die Piratenpartei sammelt mit diesen sechs Punkten die unterschiedlichsten Leute mit den unterschiedlichsten Meinungen. Was passiert denn wenn diese Partei anfängt, andere Themen ins Programm aufzunehmen? Oder noch deutlicher gesagt: Falls es die Piraten im September tatsächlich in den Bundestag schaffen, werden sich die Piraten bei allen Abstimmungen außerhalb des obigen Parteiprogramms im Bundestag der Stimme enthalten? Nehmen wir zum Beispiel wieder die Atomkraft: sofortiger Ausstieg, kontrollierter Ausstieg, weiterführen oder Ausbau? Sind sich da alle Mitglieder der Partei einig? oder führt dass dann schon zu einer Aufspaltung?
Es ist nicht das sehr kurz gehaltene Parteiprogramm an sich – was mich einfach stört, ist das Fehlen einer „großen Linie“ bei den  Piraten. Was passiert denn, wenn die Piraten im Bundestag plötzlich zu anderen Themen eine überraschende Haltung annehmen, die mir nicht gefällt?

Noch ein zweites, wichtiges Thema: Kommunikation. Die Demokratie lebt von der Diskussion. Wir werden die zur Zeit aktiven Politiker nicht abschaffen können – das heißt wir müssen mit ihnen sachlich und demokratisch reden. Auch, wenn uns die Antworten der Politiker nicht gefallen (Stichwort Lügen und Unterstellungen bei der Zensursula Debatte) bringt es überhaupt nichts, gleiches mit gleichem zu vergelten.
Im Gegenteil: Wir haben nicht die großen Zeitungen und Lobbyverbände auf unserer Seite – das bedeutet, jede öffentliche, verbale Entgleisung wird von der anderen Seite mit ihrer Medien- und Lobbymacht ausgeschlachtet. Ein Beispiel hierfür ist meiner Meinung nach die Absage der Gespräche des AK Zensur mit der SPD. Diese wurde von der FAZ sofort mit „Community im Schneckenhaus“ kommentiert – und welche Seite kenne jetzt wohl die Bürger, die sich nicht über Twitter oder Blogs informieren?

Kommunikation ist die zentrale Aufgabe einer Partei. Und gerade in diesem Zusammenhang  kann ich die folgenden Aussagen, die ich in Twitter lesen durfe, einfach nicht akzeptieren:
InsideX (Kandidat für die Europawahl der Piratenpartei) während der Debatte am 18.06: „Blödarschsack von der Scheißsdp lügtlügtlügt …. #aaaaaaaaaahhhhhhh“
Am 20.06 zur Absage der Popkomm: „Herr Gorny, ihr Blähego geht mir auf den Senkel, ihre Popkomm Mainstramkotze können Sie sich ***** http://tinyurl.com/lx969t“
Und das sind leider keine Einzelfälle. Es kommt in den letzten Wochen immer wieder zu solchen Äußerungen von offiziellen Repräsentanten der Piratenpartei! Haben die Piraten vielleicht noch nicht begriffen, dass es einen Unterschied macht, ob man ein „anonymer“ Bürger ist oder der Repräsentant einer Partei? In diesem sprachlichen Niveau kann ich mich jedenfalls nicht wiederfinden.

Und trotzdem. Nachdem ich mich in meinen letzten Beiträgen als Ex-CDU Wähler geoutet habe, kommt hier nun mein outcoming zur Europawahl: Ich habe die Piraten gewählt! Und ich denke durchaus immer wieder darüber nach, der Piratenpartei beizutreten. Davon halten mich aber vor allem die oben angegebenen Gründe bisher ab.
Ganz nebenbei halte ich die FDP – trotz Herrn Stadlers hervorragendem Auftritt als Gegner des Sperrgesetzes – für nicht wählbar. Mit der überraschenden Haltung der Grünen zu diesem Thema – einem Drittel Enthaltungen unter fadenscheinigsten Argumenten – habe ich auch so meine Probleme. Und die Linke ist für mich aufgrund ihres extremen Programmes sowieso nicht wählbar…

Muss ich doch noch eine eigene Partei gründen?😉

Christoph Thurner
Einer von Volk!

Written by cthurner

22. Juni 2009 um 16:56

31 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. ich glaub das der insidex dermaßen unter den vielen aktuellen Themen leiden muss. Ich hab die letzten Monate keinen Ausbruch erlebt, eher witzige und zynische Fetzen zu aktuellen Dingen.

    Für eine Radikalisierung der Sprache bin ich auch nicht, aber mal ehrlich, wen interessiert es wenn ich von Politikern der CDU/CSU/SPD als

    „pädophiler Killerspielender rechter/linker Extremterrorist und Solariumgänger unter 18“ bezeichnet werde?

    Du magst Recht haben, aber es wird der eklatante Unterscheid sein ob wir uns einer zensurgeilen Regierung als kleine Partei unterwerfen und HOFFEN das die unser Programm umsetzen oder WIR UNS DIESE POLITISCHE MACHT VON IHNEN NEHMEN!

    Ich bin für so weit wie möglich wegnehmen. Wir wären dann der Bäcker und die Semmeln würden zu uns kommen. Alles andere wird aussichtslos bzw. zu langsam vollzogen das wir in 20 Jahren zuviele Restriktionen haben das sie in keinen Film mehr passen.

    Basisdemokratisch müssten dann einzelne Gesetze umsetzbar aber auch kritikfähig gemacht sein. Das Wiki ist ein toller Anfang.

    mal gucken🙂

    boomel

    22. Juni 2009 at 17:14

    • Den Name Piraten find ich super. Da denk ich an „Fluch der Karibik“ mit (bisserl verrückten) Freibeutern, die aus edlen Motiven die Festung der Lügen entern und die Demokratie in Form einer schönen Frau aus den Fängen des bösen CDU Stadthalters befreien. Da kommt es dann halt auf die Perspektive an.😉

      Bei den Themen wird sich schon ein Weg finden lassen. Bei den großen Parteien ist es ja meist so, dass ein Minister die Richtung vorgibt und obwohl sämtliche Fachleute das Gegenteil sagen, wird es dann so gemacht. Der Basisdemokratische Aufbau der Piraten (siehe erwähntes Wiki) wird genau das verhindern. Bei einer Themenpartei geht es ja genau darum, Themen in eine Diskussion hineinzubringen und nicht darum, sofort eine vollständige Regierung stellen zu können. Ich meine mal gelesen zu haben, dass die Grünen mit zwei Punkten angefangen haben, aber ohne Gewähr.

      Die Absage des AK zur SPD war eine logische Konsequenz. Es ging hier nicht darum „beraten zu können“, sondern nur noch darum dem dummen Volk hinterher was von „die Experten haben ja mitgeholfen an dem Gesetz“ verkaufen zu können. Und zur Instrumentalisierung sollten sich Fachleute zu schade sein und genau das haben sie ja auch gesagt.

      Zum Thema „reden“: ich persönlich finde es gut, weil es hat a) einen gewissen Unterhaltungswert und b) sind mir persönlich Leute lieber, die sagen können, das ist Mist als Leute, die wegen den Medien 30 Minutem um das Wort suboptimal rumreden müssen. Es gibt eh viel zu wenig Politiker, die Wahrheiten aussprechen.

      Das seh ich nicht unbedingt als Nachteil, vor allem dann nicht, wenn es innerhalb der eigenen „Basis“ ist. Ich will auch nicht wissen, was innerhalb der SPD über die Piraten erzählt wird – und schon gar nicht den Wortlaut. Du musst das mal umgekehrt sehen. Wenn ein SPDler im Parlament Mist redet, dann könnten bei Twitter 5 Leute recherchieren und dem Abgeordneten der Piraten für seine Argumentation rüber twittern.

      Informationen sind Macht und was das schnelle Auffinden von Informationen angeht, ist das Internet halt ganz weit vorne. Das ist eine wichtige Stärke.

      Oliver

      22. Juni 2009 at 18:07

      • @Oliver
        Über den Namen lässt sich trefflich streiten – ist ja auch nur meine Meinung zu diesem Thema – ich fürchte einfach, dass der Name einige Leute abschreckt und andere sich evtl. zu sehr mit der Idee der Piraterie identifizieren.

        Wenn ich die Piraten wähle, wüsste ich schon ganz gerne, wie die Partei zu gewissen Themen steht, damit ich mich darauf einstellen kann, wie mich die Partei vertritt. In den zitierten Wiki stehen bis jetzt (korrigiert mich, wenn ich mich irre) keine weiteren Statements oder Programmpunkte, die die Haltung der Piratenpartei zu anderen wichtigen Themen erklären.

        Die Frage ist doch, was hat die Absage der Gespräche bewirkt? Bei den Bloggern und Twitterern gab es Beifall und Zustimmung – die wissen aber bereits, was es mit Zensursula auf sich hat. Die SPD wurde durch dieses Signal sicherlich tief getroffen… Blödsinn, die haben sich gefreut und hatten eine neue Schlagzeile – in der offline Presse. Und es geht hier nicht um Beratung, sondern um Gespräche – und Gespräche sind das einzige Mittel jemanden zu überzeugen.

        Es gibt einen ziemlichen Unterschied zwischen „deutlichen Worten“ oder „Wahrheiten“ und dem, was InsideX dort geäußert hat. Und diese Äußerungen fanden nicht innerhalb der eigenen Basis sondern in der Öffentlichkeit statt. Hinter geschlossenen Türen kann man gerne auch mal lauter und emotionaler diskutieren aber nicht in der Öffentlichkeit – schon gar nicht im Internet, wo solche Äußerungen gespeichert bleiben und jederzeit abrufbar sind.

        Solche Äußerungen sind ein Teil des Bildes dass die Partei in der Öffentlichkeit abgibt. Ich fürchte, dass solche Bilder nicht unbedingt helfen weitere Wähler zu finden.

        cthurner

        22. Juni 2009 at 19:00

      • Ich hoffe mal, ich hab auf das richtige „Antworten“ geklickt.🙂

        Das mit den Themen ist ja richtig nur wie gesagt. Die Piraten sind eine Themenpartei, die erstmal eine Interessensgruppe vertritt und (zumindest derzeit) keine Volkspartei, die auf alle Fragen keine Antworten haben muss. *gg*

        Die Absage der Gespräche hat verhindert, dass die SPD sagen kann, dieses Gesetz wäre unter Mitarbeit der „Experten“ entstanden und genau das haben sie so von vorne rein ausgeschlossen. Wären sie hingegangen hätte es geheissen, ja die haben uns doch beraten, warum beschweren die sich jetzt? Die Absage war die einzig sinnvolle Maßnahmen in der Situation – immerhin erzählen die ja heute noch die Story von den „aus der Comunity übernommenen Vorschläge“. Die SPD war nicht getroffen, sie haben nur nicht damit gerechnet, aber die SPD spielt nächstes Jahr eh keine Rolle mehr – sie tun ja auch alles dafür.

        Ok, so Aussagen von InsideX muss man natürlich überdenken, aber nun ja. Es ist ne junge Partei, mit jungen Leuten und die müssen auch erstmal in Ihre Rollen reinwachsen – der Wahlkampf ist noch lang. Trotzdem ist mir ein ehrlicher Ton lieber als dieses Wischi Waschi Gefasel, wo man sich die Aussage noch zusammen reimen muss.

        Oliver

        22. Juni 2009 at 19:34

      • @Oliver
        Ja, das war das richtige „Antworten“🙂

        Die SPD und auch die CDU behaupten trotzdem, dass Gespräche stattgefunden haben. So wird von der CDU sogar behauptet, dass mit Franziska Heine gesprochen wurde – ich habe sie gefragt – stimmt nicht! und nun? es steht trotzdem in der Zeitung. Das einzige, was erreicht wurde ist eine versäumte Chance mit den Politikern zur reden. Das ist es doch, was wir immer wieder fordern – miteinander zu reden! Ich weiß, dass diese Gespräche sicherlich nervig sind, aber ohne Gespräche bewegt sich auf jeden Fall nichts!

        Und dann solche Aussagen „aber die SPD spielt nächstes Jahr eh keine Rolle mehr“ Selbst wenn die SPD bei der nächsten Wahl nur 18% erreicht, repräsentieren sie damit einen viel größeren Teil der Bevölkerung, als die Piratenpartei – und spielen damit eine deutlich wichtigere Rolle als die Piratenpartei. Diese Aussagen helfen einfach nicht, diese Partei ernst zu nehmen…

        Ich bin auch für einen ehrlichen Ton und halte nichts von Gefasel, aber wenn die Partei diese verbalen Entgleisungen nicht ablehnt oder sich davon distanziert, muss man doch annehmen, dass es sich hierbei um die Parteilinie handelt und das verschreckt sicherlich viele potentielle Wähler.

        cthurner

        22. Juni 2009 at 21:02

    • Ah, der erste Kommentar – ich bin ja schon wirklich gespannt!

      Das Argument mit der Leidensfähigkeit kann ich zwar persönlich verstehen, aber trotzdem nicht gelten lassen. Als Repräsentant einer Partei muss ich mich bei offiziellen Statements unter Kontrolle haben! Es besteht ein gewaltiger Unterschied in der Art und Weise, in der Äußerungen gemacht werden. Man kann sehr wohl kristallklare und sehr deutliche Worte finden, ohne dabei andere Menschen auf unterstem sprachlichen Niveau zu beleidigen.

      Der nächste Absatz bestätigt jedoch meine schlimmsten Befürchtungen: „ob wir uns einer zensurgeilen Regierung als kleine Partei unterwerfen und HOFFEN das die unser Programm umsetzen oder WIR UNS DIESE POLITISCHE MACHT VON IHNEN NEHMEN!“

      Wer hat was von unterwerfen gesagt? Wir nehmen uns die Macht? Sind wir jetzt in einer Revolution?
      Ihr könnt Euch nicht die Macht nehmen, denn DIE MACHT WIRD EUCH VOM VOLK GEGEBEN …oder auch nicht – das hängt von Euch ab.
      Sorry, aber SO funktioniert Demokratie nun überhaupt nicht.

      cthurner

      22. Juni 2009 at 18:26

      • Um Gottes willen😀

        Die Macht nehmen bedeutet schon mit vielen vielen aufgeklärten Menschen die erkennen wie wir uns weiterentwickeln können!

        Mit „unterwerfen“ meine ich das akzeptieren von Gesetzen die das Grundgesetz im Sinne alter Strukturen biegt und bricht.

        Und ja es ist eine Art Revolution, schon seit längerem, eben die digitale.

        Vielleicht ist mein Wortschatz bereits so angespitzt, weil es fast nicht mehr zum aushalten ist was da auf uns zukommt.

        Nur ein Beispiel was zeigt wie elemtär die Eingriffe nun werden:

        – Ende 2009 nach 2 weiteren schlimmen Amokläufen wird jegliche Art von Killerspiel in die bereits etablierten Netzsperren aufgenommen. (Die Gründe für die Amokläufe werden zwar wieder mal im sozialen und wirtschaftlichen Umfeld der Familien stecken, aber anderes Thema)

        Ich als clanorganisierter Ego-Shooter Spieler seit 1999 werde mit meinem kleinen Clan (20 Personen) gezwungen die Homepage im Ausland zu hosten. Es fällt unter Strafe sich in Online-Clans zu organisieren die derartige Spiele beinhalten. Auch unsere Abteilung der Autorennspiele hat Probleme, da nach diversen Raserunfällen auch „Need for Speed“ bald in die Filter aufgenommen wird.

        Das kann doch alles nicht mehr wahr sein , oder?

        Und gegen das zu kämpfen ist für mich eine Art Revolution. Ich bin ein selbstbestimmter junger Mann der sich sehr mit seinem Land identifiziert, aber nicht mit diesen Zielen und Vorstellungen der totalen Kontrolle und Unterdrückung.

        Also entschuldige meinen etwas rabiaten Wortschatz, aber anders weiss ich mir gegen diese Borniertheit nicht mehr zu helfen😦

        Boomel

        23. Juni 2009 at 08:42

      • Nach dieser Antwort ärgere ich mich noch viel mehr über Deinen ersten Kommentar. Was Du jetzt in Deinem zweiten Kommentar schreibst, klingt nach einer emotionalen aber sachlichen Argumentation.

        Warum merkt ihr eigentlich nicht, was ihr mit solchen Kommentaren anrichtet? Seit ich mich mit dem Thema beschäftige, bin ich fluchend durchs Büro gelaufen, habe mich unglaublich aufgeregt und oft hat es viele Sunden gebraucht, bis ich mich wieder beruhigt habe. Der Unsinn, die Lügen, Beleidigungen und Verleumdungen sind in der Tat kaum auszuhalten!

        Und trotzdem – sobald ich mich an den Rechner setze und wieder mal eine Bemerkung schreibe, lese ich mir meine Texte mehrfach durch, bevor ich sie abschicke. Bei längeren Texten schlafe ich oft noch mal eine Nacht darüber. Das Internet vergisst nichts – jeder geschriebene Text bleibt abrufbar und trägt seinen Teil zu dem Bild in der Öffentlichkeit bei. Und gerade die Piratenpartei braucht nicht auch noch aus den eigenen Reihen negative Schlagzeilen – da sorgen die anderen Parteien schon für.

        Also meine dringende Bitte an alle Piraten und Sympathisanten: Bitte überlegt Euch was ihr schreibt – erst noch einmal darüber nachdenken und dann erst posten. Es geht hier um die öffentliche Meinung über eine Partei – da muss die verständliche persönliche Verärgerung zurückstehen.

        cthurner

        24. Juni 2009 at 00:22

    • Ein sehr schöner Text mit vielen interessanten Ideen und Gedanken.

      MattesAuch

      22. Juni 2009 at 21:49

  2. […] internetsperren, quellen « Internetsperren 21.06.2009: Artikel und Kommentare Ich und die Piratenpartei […]

  3. […] Ich und die Piratenpartei […]

  4. […] Ich und die Piratenpartei […]

  5. Der Artikel „Vielen Dank Ursula v.d. Leyen“ hat mich sehr angesprochen, da er ziemlich genau meine Gefühle und Erfahrungen während der letzten Wochen beschreibt, mit einem kleinen Unterschied, ich hatte kurz vor der Petition einen Artikel auf heise gelesen, der sich mit der Löschung des Profils der Piratenpartei auf StudiVZ beschäftigte.

    Daraufhin habe ich mich mit der Piratenpartei näher beschäftigt und bin kurzerhand zu einem Stammtisch gefahren und habe mir die Leute angesehen. Keine Augenklappe, kein Kopftuch und auch keine Freaks, die nur eine Spaßpartei gegründet haben, sondern ganz normale Leute.

    Mit dem Erwachen der Zensursula Debatte und meinem immer unbändigeren Drang, nicht mehr auf meinem Hintern hocken zu bleiben, habe ich mich bereitwillig für einen Infostand einspannen lassen.
    Dort konnte ich dann mit vielen Leuten reden und auch deren Reaktion auf die Piraten beobachten. Manche sind mit Kopfschütteln vorbeigegangen, aber die aufgeschlossenen sind stehen geblieben und für die ist auch der Name kein wirkliches Problem.

    Irgendwann fing ich dann an von „wir“ zu sprechen, wenn es um die Piraten geht.

    Kurz danach tauchte ich, einfach mal so, beim Plenum des Landesverbandes auf und auch dort konnte ich meine Meinung zu den mir wichtigen Themen anbringen. Da wurde mir auf einmal klar: „Hey, die hören zu, und man bewegt etwas“

    Jetzt, keine zwei Wochen später, haben wir in meinem Wahlkreis einen Kreisverband gegründet, einen Direktkandidaten aufgestellt und für den ersten Stammtisch schon 30 Voranmeldungen.

    Was ich damit sagen will, die Piraten sind noch nicht perfekt, aber wir arbeiten hart daran besser zu werden und wir sind ganz schön fix dabei.

    Uwe

    22. Juni 2009 at 20:22

    • Hallo Uwe,
      wie ja schon erwähnt, habe ich nicht nur die Piraten gewählt, sondern denke darüber nach dieser Partei beizutreten – ich bin also wirklich kein Gegner der Piraten!

      Ich habe nur die Punkte, die mich seit Wochen beschäftigen mal niedergeschrieben und bin sehr gespannt auf die Reaktionen. So sehr mich auch der Kommentar von Boomel in meinen Befürchtungen bestärkt hat – so sehr freut mich Dein Kommentar. Das ist die andere Seite der Piraten: Anpacken und Politik machen und das ganze hochmotiviert!

      Der Kommentar von Boomel führt dazu, dass ich absichtlich von „Euch“ und „Ihr“ schreibe, so wie Dein Kommentar mir das Gefühl gibt: ja, eintreten, mitmachen und mitgestalten🙂

      Es ist einfach schade, dass solche verbalen Fehltritte ein Bild von der Partei zeigen mit dem ich mich absolut nicht identifizieren kann.

      cthurner

      22. Juni 2009 at 20:43

      • Hallo Christoph,

        ich kann Deine Probleme nur zu gut verstehen.

        Anfangs konnte ich mich mit dem Namen auch nicht richtig anfreunden, weil er meiner Meinung nach nicht wirklich das ausdrückt, wofür die Partei steht, aber mittlerweile vermag ich ihn aus den griechischen peiran „wagen, versuchen“ abzuleiten😉

        Ich finde es auch schade, wenn solch beleidigende Worte das Ansehen der Partei schädigen und ist für mich nicht zu entschulden.

        Neulich war Grundrechtefest in FFM und irgendwann gab es eine heftige Diskussion mit den Ordnungshütern über die Lautstärke der Musik, die dazu führte, dass sie bis zur Klärung der ordnungsgemäßen Lautstärke komplett abgeschaltet werden musste.
        Die Lösung, ein Handy mit Teckno an ein Megafon zu binden, zeugt zwar von Kreativität ist aber wahrlich kein Genuss und im meinen Augen einfach nur kindisch.

        Einige Piraten haben einfach noch nicht erkannt, dass sie mittlerweile in der Öffentlichkeit stehen und sich nicht mehr so benehmen können, als wären sie im kleinen Kreis unter sich.

        Aber wieder zu angenehmeren Themen:

        Du bist auch als Nichtpirat/Freibeuter willkommen.

        Mich hat es immer wieder verblüfft wieweit die Transparenz bei den Piraten geht. Die Wiki und fast alle Mailing Listen sind öffentlich und jeder darf mitmachen.

        Dort habe ich übrigens gerade gelesen, dass die Piraten in den letzten 11 Tagen über 500 neue Mitglieder bekommen haben.

        Vor zwei Monaten dachte ich noch ich müsste im September wieder das kleinere Übel wählen und nun bin ich Teil einer rasanten Bewegung von vielen engagierten Leuten, die alles daran setzen diesmal eine echte Alternative zu bieten.

        Uwe

        22. Juni 2009 at 21:41

  6. Ich habe zum Namen der Piraten und zu seinem Background mal einen – zugegebenermaßen etwas fabulierenden und bewusst naiven – Artikel in meinem Blog geschrieben. Sicher komme ich darin auch ein wenig aus einer Ecke, mit der sich viele Piraten gar nicht identifizieren möchten: http://blog.hightech-lowlife.org/archives/8-Piraten-Utopien.html

    Trotzdem finde ich den Namen mittlerweile sehr gut, und ich hege ein hohes Maß an Sympathie mit der Partei.🙂

    Das Thema Beitritt ist etwas schwierigier. Im Piraten-Forum toben laufend Kämpfe um politische Positionen abseits des vorhandenen Programms. Dabei geht es auch um ganz grundsätzliche Fragen. Es gibt dort durchaus Leute, die ähnliche Ansichten vertreten wie ich, aber ich sehe auch, dass ich wohl mit vielem anecken würde. Mein Potenzial für aktives Mitgestalten ist daher wahrscheinlich eher bei anderen Organisationen aufgehoben (man hat ja auch ned beliebig viel Zeit).

    Aber Unterstützen der Piraten durch Unterschriftensammeln und Wählen? Anytime!🙂

    High Tech Lowlife

    22. Juni 2009 at 21:05

    • Schöner Artikel🙂 Über den Namen kann man in der Tat trefflich diskutieren.

      Gerade wegen meiner Sympathie mit der Partei schmerzen mich die erwähnten Punkte besonders.

      Ach ja, mit dem Piraten Kodex kann ich mich auch identifizieren.

      Unterstützen der Piraten und Wählen? klar!🙂

      cthurner

      22. Juni 2009 at 21:26

  7. Hi,
    was mich interessieren würde: warum ist für Dich als bisherigen CDU-Wähler die FDP nicht wählbar. Wie Du ja erwähnt hast, hat sich die FDP gegen das Gesetz positioniert und alle Abgeordneten haben auch dagagen gestimmt. Ich weiß nicht, ob das ernst gemeint oder reine Opposition oder der Versuch war, im Anti-Lager fischen zu gehen. Keine Ahnung. Daher die interessierte Frage, was Dich von der FDP abhält…das (öffentlich wirksame) Personal vieleicht?

    Was Deine Bedenken hinsichtlich Name, öff. Äußerungen und Programm angeht, stimme ich Dir voll uns ganz zu. Meine Beurteilung:
    – Name ließe sich ggf. verschmerzen
    – öff. Äußerungen anderer Piraten: sehr kritisch, jede kleinere „Protest“par

    Fragender

    22. Juni 2009 at 21:48

  8. …ups, mein Laptop hat den Kommentar abgeschickt, ohne dass ich es wollte.
    Schnell weiter:
    – …jede kleine Protest“partei“ sammelt am Anfang viele etwas merkwürdige Leute ein (ich sag jetzt mal provokativ: Querulanten). Da die Partei am Anfang klein ist, haben die einen merkbaren Anteil und können so das Bild nach außen mitprägen (die großen haben natürlich auch so ein paar Kandidaten dabei, allerdings fallen die in der Masse nicht so auf). Es kommt also für die Aktivisten „reinen Herzens“ darauf an, schnell die Oberhand zu gewinnen und solche Sachen wie Kommunikationsstil zu prägen und ggf. zu sanktionieren. Die Grünen und deren Auseinandersetzung zwischen Realos (Anzugträger) und Fundis (Jutetaschen bis hin zu Farbbeutelschmeißern) zeigen, wie schwer so was ist…Man wird sehen, wie die Piraten dieses Problem lösen. Bzw. ob. Garantien gibt es nicht. Wenn es so läuft wie Uwe es beschreibt wäre das eine tolle Sache
    – das Programm wird sich finden. Wer eine Splitterpartei wählt, muss damit leben, dass Themen nicht besetzt sind. Von einem alten SPD-Granden habe ich mal gelesen (ich glaube von Dohnanyi, wie auch immer der geschrieben wird): man ist in der richtigen Partei, wenn 51% der Parteibeschlüsse mit der eigenen Meinung übereinstimmen…

    Fragender

    22. Juni 2009 at 21:57

    • Klar das gerade am Anfang (und gerade bei diesem Namen :-)) sich einige nicht im Umgang mit den Medien bewanderte Personen der Partei anschließen – muss man die aber gleich zu Europakandidaten machen? Und was noch viel schlimmer ist, dass diese verbalen Entgleisungen einfach geduldet werden.

      cthurner

      22. Juni 2009 at 23:34

  9. Ein sehr schöner Text mit interessanten Ideen und Gedanken. Auch ich sympatisiere mit der Partei und habe mit meiner Hakenhand bei der Europawahl an der richtigen Stelle mein Kreuz geritzt. Doch wie geht es jetzt insgesamt weiter? Die bisherigen Programmpunkte halte ich für so wichtig, dass ich die Piraten auch weiterhin wohlwollend begleite und auch unterstütze. Genau wie du möchte ich aber auch schon wissen, was denn danach kommt. Ich denke, ist wird langsam Zeit die eigene Position über das Programm hinaus zu bestimmen. Ist die Partei liberal, sozial oder in erster Linie ökologisch? Möchte man sich Rechts oder Links ansiedeln? Oder lieber doch die goldene Mitte? Für die Grünen war es meiner Meinung nach einfacher, sich mit ihrer Ideologie auch im nachhinein mit dem Groß ihrer Mitglieder auf einer Linie zu bewegen. Ich befürchte auch nicht, dass es überall böse Überraschungen geben könnte, wenn ich mich weiterhin zu den Piraten verbunden fühle. Nur was ist bei weiteren Zentralen Themen in diesem Land? Mindestlohn? Reichensteuer? Geld für Bildung oder Banken? Arbeitnehmer- oder doch eher Arbeitgeberschutz? Stärke ich mit meiner Stimme für die Piraten bei Abstimmungen Gelb oder trief Rot? Insofern hast du einem wirklich wichtigem Thema gute Gedanken hinzugefügt.

    Gruß, Mattes

    Mattes

    22. Juni 2009 at 22:06

  10. Lest euch das mal durch und entscheidet dann wie es in unseren Land weiter gehen soll..
    http://ulrichnoertlinger.blogspot.com/2009/06/endlich-hat-es-auch.html

    Achtung harter Tobak!!!

    xxlkillababe

    22. Juni 2009 at 22:15

    • Das ist eine Satire!!!

      cthurner

      22. Juni 2009 at 23:35

      • Ja aber Satiren haben immer einen Kern Wahrheit😉 und wie der Satiriker im Blog auch schreibt „verwurstet“ er Dinge die er real so gehört hat.

        BTW sehr guter Artikel, gefällt mir. Ja wir Piraten müssen noch ein wenig Public Relations lernen. Aber das wird. Die Grünen waren am Anfang auch nicht besser.

        A Pirate I was meant to be
        Trim the sails and roam the sea

        Liebe Grüße,
        Guybrush ähhh Frank

        Frank

        23. Juni 2009 at 01:17

  11. Zu den teils berechtigten Vorwürfen kann ich nur sagen, schade wenn die offiziellen Piraten da manchmal die Kontrolle verlieren. Ich bin mir sicher, wir wünschen uns alle erfahrenere Politiker, ist halt schwer in einer so jungen Partei. Auch das Parteiprogramm ist leider notgedrungen noch nicht so weit entwickelt, wie es das bei den etablierten Parteien ist. An der Stelle möchte ich einfach nochmal darauf hinweisen, dass sich bei den Piraten jeder einbringen kann, sowohl Wiki als auch Forum lassen eine Registrierung ohne Parteimitgliedschaft zu, und konstruktive Kritik oder direkte Unterstützung wird gern gesehen.🙂

    NB: Das Risiko, dass die Politiker im Bundestag plötzlich was ganz anderes machen, hast du jetzt schon. Sieht man ja gerade.

    Danny

    23. Juni 2009 at 20:57

  12. Lieber Christoph Thurner,

    ich bin 47 und seit einer Woche Mitglied der PIRATEN. Ich engagiere mich jetzt zusammen mit ihnen, dass sie zur Bundestagswahl auf dem Stimmzettel stehen.

    Deine Bedenken teile ich, dass man mit der falschen Kommunikation seine Ziele nur schwer erreicht, aber genau das ist meine Motivation ihnen zu helfen. Gerade wir, die eigentlich eine gewisse Lebenserfahrung haben sollten diese Leute unterstützen.

    Gehe einfach mal zu einen Piraten Stammtisch in deiner Nähe und schau Dir die Jungs an (berichte uns auch davon wie es war).

    Werde auch Du ein Pirat!

    efwe

    25. Juni 2009 at 19:57

  13. Nun, vielleicht müssen Sie ja keine eigene Partei gründen, denn mit der Piratenpartei existiert aktuell ja eine, in der man noch aktiv an der Gestaltung der Ziele / des Programmes mitwirken könnte. Dies, zusammen mit der Positionierung zu den bekannten Themen, sind sicherlich auch die Gründe, aus denen ich mich selber mit der Option eines Parteieintritts beschäftige.

    __Thorn__

    30. Juni 2009 at 12:59

  14. Auch wenn ich sicher nicht „neutral“ bin: Mach es! Werde Mitglied! Oder geh‘ für den Anfang erstmal zum nächstgelegenen Stammtisch oder anderweitigen Treffen. Hier in Hannover erlebe ich momentan, wie viele kritische politisch denkende Menschen zu uns stoßen und wie viel Spaß es macht, sich in diesem Kreis politisch zu engagieren. Letztlich ist die Piratenpartei die Summe ihrer Mitglieder und nicht eine Essenz aus Twitter- und Blogbeiträgen. Ich würde mich jedenfalls freuen!

    Dirk Hillbrecht

    13. Juli 2009 at 01:04

  15. […] unterschrieben! Wer sich diese Danksagung durchliest, sollte sich aber auch seinen Beitrag “Ich und die Piratenpartei” genauer […]


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: