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Twitter und die Politik

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Twitter lässt sie nicht los, die Politiker. Nach dem „Twitter-Skandal“ zur Wahl des Bundespräsidnten nun also auch Twitter in einer nichtöffentlichen Sitzung der SPD. Aber warum ist das eigentlich so schlimm? Warum darf die Information über das, worüber eine Partei hinter geschlossenen Türen streitet, nicht an die Öffentlichkeit? Wieso kann eine öffentliche Partei überhaupt hinter geschlossenen Türen streiten?

Es scheint an manchen Stellen tatsächlich so, als ob das allgegenwärtige Internet – in diesem Fall durch Twitter, eines seiner vielen Kinder – ein Stück weit dazu führt, die Demokratie zu stärken, indem die Öffentlichkeit schnell und direkt an den politischen Diskussionen und Vorgängen Anteil nehmen kann. Es zeigt sich einmal mehr, dass es nicht am Medium liegt, ob Grauzonen und Widerwärtigkeiten oder Nutzen und Information vorherrschen, sondern an den Menschen, die das Medium benutzen.

Was das Twitter-Verbot angeht: Traurig, traurig. Vielleicht sollten die Politiker das ganze mal thematisieren, statt zu verbieten. Sich mit dem Internet, Twitter, mit neuen Formen der Kommunikation und neuen Wegen des Informations – und Gedankenaustausches beschäftigen – und dann gemeinsam, demokratisch beschließen, wie sie damit umgehen. Vielleicht kommt im Ergebnis dasselbe raus, wie bei einem despotisch ausgesprochenen Verbot verärgerter Parteigurus. Aber dann wird es auch von allen getragen, und vielleicht haben auf dem Weg dahin diejenigen etwas dazugelernt, die bisher von Twittern und Bloggen nicht den Hauch einer Idee haben. Vielleicht kommt aber auch etwas anderes dabei heraus…

Mir scheint, im Kindergarten meiner Tochter herrscht ein deutlich besseres, offeneres und demokratischeres Klima, als derzeit bei den Politikern.

Bild.de: Twitter-Verbot für SPD-Abgeordnete
ntv.de: SPD will Twittern verbieten 

Hier noch 2 spannende Tweets der twitternden Politiker:
Gabriele Hiller-Ohm: bekennt sich zur Twitter-Sünde in der letzten Fraktionssitzung. Wenn Twitter-Verbot kommt, steige ich um auf Facebook. (Tweet)
Ulrich Kelber: Twitter: Struck rügt Ulrich Kelber (via @RadioBonn) Das ist Falschmeldung, er hat Zwittern aus Fraktion kritisiert und das war ich nicht! (Tweet)

Written by mjuenemann

28. Mai 2009 um 18:30

Veröffentlicht in Artikel, demokratie

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