Wir sind das Volk.

Zwei aus dem Volk sagen ihre Meinung.

Nun gibt es also eine „Twitter-Affäre“

with 3 comments

Das passt ja irgendwie gut ins Bild: Blogger, Twittterer, Interntnutzer (irgendwie auf der gleichen Stufe wie Killerspiele-Spieler) sind den konservativ demokratischen Politikern irgendwie suspekt, für manche sind sie schon deswegen irgendwie „böse“. Und nun schwappt dieses merkwürde Zeug von den paar „Spinnern“ und „Internetliebhabern“ doch tatsächlich in die „heilige“ Bundesversammlung, welche die Politiker doch so fest in der Hand zu haben glaubten.
Iiih… dieses Twitter… in der Bundesversammlung… bei einem so wichtigen, staatlichen Ritual: Der Wahl des Bundespräsidenten.

Ja, definitiv ist es eine Frage der Würde der Bundesversammlung, ob es legitim ist, ein Wahlergebnis vorab, vor der offiziellen Bekanntgabe schon zu veröffentlichen. Aber es zeigt auch, dass die Politiker einfach überfordert sind von den neuen, technischen Möglichkeiten, die das Netz mit sich bringt. Wenn es doch soo wichtig ist, warum hat man sich dann nicht zumindest auf einen gemeinsamen Verhaltenskodex geeinigt? Warum gibt es keinen offiziellen Bundestwitterer, der zur richtigen Zeit das Ergebnis bekannt gibt?

Ob die Politiker richtig oder falsch gehandelt haben, als sie das Wahlergebnis vorab getwittert haben, möge sich jeder selbst fragen. Meine persönliche Meinug ist, sie hätten den Anstand wahren sollen, die offizielle Bekanntgabe abzuwarten.

Wie dem auch sei, Fakt ist, dass das Internet mit seine vielen Möglichkeiten nicht vor den staatlichen Institutionen halt macht, sondern sich auch hier ausbreitet. Und das ist grundsätzlich gut so.

Hey, liebe Politiker, das ist „Real Life“ und keine Staatssimulation in der „Sandbox“!

heute.de: „Twitter-Affäre“ beschäftigt Bundestag
tagesschau.de: „Kein Verständnis“ fürs Twittern
Handelsblatt Weblog: Am Tag, da Twitter die Bundestagswahl verraten wird
Handelsblatt.com: In Twitter-Affäre gerät Lammert unter Druck
Basic Thinking Blog: Peinliche Twitter-Schlammschlacht nach der Bundespräsidentenwahl
Stern.de: Twitter-Affäre beschäftigt Bundestagspräsidium
FAZ.net: Die Weinkönigin und der Bundes-Hotte
Stuttgarter Nachrichten: Der Sieg der Twitter-Gemeinde

Written by mjuenemann

26. Mai 2009 um 18:48

Veröffentlicht in Artikel, demokratie

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3 Antworten

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  1. Die Informationshoheit über die Politik ist beim Bürger angekommen. Dort, wo sie eigentlich auch hin gehört. Es ist nicht mehr der Vorsitzende der Bundesversammlung, der salbungsvoll das Ergebnis von der Kanzel verkündet. Es ist nicht mehr das inszenierte Protokoll, das Blumen, Kapellen und Dankesredner aufmarschieren läßt, bevor dann endlich dem Stimmvieh gesagt werden darf, wer gewählt wurde. Es ist nicht mehr das wir sagen euch was für euch gut ist. Das wichtigste, was es in einer (e)Demokratie geben kann, ist Wirklichkeit geworden: Die Information über das Gemeinwesen, die Handlungs- und Deutungshoheit über das Geschehen, sie ist dem Protokoll aus den Händen gerutscht und dort gelandet, wo sie hin gehört: Mitten unter uns.

    ypsilonminus

    26. Mai 2009 at 21:29

  2. Bitte nicht übersehen: Norbert Lammert steht selbst im Verdacht, gezwitschert zu haben, wenn auch ohne Twitter. Es geht hier nicht darum, ob ein neuer technischer Kanal verwendet wird, sondern um den Zeitpunkt und die Form, in der Informationen in die Welt gelangen. Im Fall der Bundespräsidentenwahl ist einiges schiefgelaufen:

    http://tonwertkorrekturen.wordpress.com/2009/05/26/realsatire/

    Godwi

    godwi

    27. Mai 2009 at 00:55

  3. […] bezeichnend. Und sollte den Machthabern Angst machen. (Dass es das tut, sieht man an den diversen Pressereaktionen). Denn hier gebärden sich aktuelle politische Eliten (sic) als Träger einer technisch-medialen […]


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