Wir sind das Volk.

Zwei aus dem Volk sagen ihre Meinung.

Löschen statt Sperren!

with 4 comments

In zahlreichen Diskussion mit Befürwortern von Internetsperren fällt mir auf, dass häufig das Argument gebracht wird, das wir Mitzeichner der Petition und damit Gegner des Gesetzes pauschal gegen die Sperren sind – ohne konkrete Lösungen des Problems anzubieten.

Zwar stimmt das nicht, aber in der Tat werden mögliche Alternativen zu den geplanten Internetsperren selten in den Vordergrund gestellt. Statt dessen wird sehr oft sofort von Zensur gesprochen, von Informationsfreiheit, von Angst vor dem Überwachungsstaat… Natürlich besteht die Gefahr einer möglichen Zensur durch die Sperrlisten, aber trotzdem führt das Gesetz nicht automatisch zu einer Zensur – und vor allem sollte dieses Argument nicht das eigentliche, sehr begrüßenswerte Grundanliegen überdecken: Den Kampf gegen die Kinderpornografie!

Darum hier mein Vorschlag für eine simple Aussage, einen Wahlspruch, einen Slogan, der unser primäres Anliegen verdeutlicht:

Löschen statt Sperren!

Dieser Spruch erlaubt eine bessere, sachlichere Kommunikation, die zunächst erst einmal eine Lösung anbietet und eine gute Grundlage zum Einstieg in die Diskussion über das Thema ist! Natürlich kann sich daraus viel mehr entwickeln…

Löschen statt Sperren!

Das ist tatsächlich eine bestechend einfache Lösung. Das sie funktioniert, zeigt das Beispiel der Organisation CareChild:

Dort hat man versucht, 20 Seiten mit kinderpornographischem Material (die Adressen kamen von der dänischen Sperrliste) vom Netz nehmen zu lassen. Nach nur einem einzigen Tag Arbeit wurden bereits 16 von 20 Seiten vom Netz entfernt – die restlichen 4 Seiten konnten nachweisen, dass kein entsprechendes Material gehostet wurde. Der komplette Bericht befindet sich als PDF im folgenden Artikel auf der CareChild-Homepage: Internetzensur: CareChild-Versuch blamiert Deutsche Politiker

Anhand dieses Beispiels lässt sich ganz leicht kommunizieren, was die Petition und ihre Unterstützer eigentlich wollen. Wir sind nicht für Kinderpornografie, wir wollen nur nachhaltige Maßnahmen gegen Kinderpornografie, eben

Löschen statt Sperren!


Written by cthurner

11. Mai 2009 um 20:44

Veröffentlicht in Artikel, Internetsperren

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4 Antworten

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  1. […] mjuenemann schlägt einen Slogan vor: Löschen statt Sperren! […]

    • Ein Slogan, der prägnant kommuniziert, dass diese Kampagne ein konsequentes Vorgehen gegen Kinderpornografie im Internet ausdrücklich unterstützt, wäre sicher nicht verkehrt.

      Was man auch nicht vergessen sollte bei der ganzen Diskussion: Das Sperren kinderpornografischer Inhalte als echte „ultima ratio“ wäre ja vielleich sogar machbar, wenn das innerhalb gewisser rechtsstaatlicher Rahmenbedingugen passieren würde. Das eigentlich Haarsträubende am vorliegenden Gesetzentwurf ist doch vor allem, dass diese Grundsätze total ausgehebelt werden sollen. Nur zwei Stichwörter: Richtervorbehalt und Unschuldsvermutung.

      Die Tatsache, dass auch auf diese äußerst sachliche Kritik nur mit Diffamierungen reagiert wird (siehe u. a. Bundestagsdebatten) zeigt dann wieder, dass es womöglich halt doch nur um das Installieren eines Zensurapparats geht.

      High Tech Lowlife

      11. Mai 2009 at 23:39

  2. Sehr guter Hinweis, ich werde mir das für meine Argumentation merken müssen😉

    In meinen vielen Mails im Freundes- und Bekanntenkreis habe ich auch immer wieder auf den Versuch von CareChild.de hingewiesen. In direkten Diskussionen konnten mir selbst die hartnäckigsten Sperr-Befürworter nicht darauf wechseln …

    Was habe ich noch gesagt? Mehr Polizisten einstellen, diese besser ausbilden (notfalls stehe ich auch dafür zur Verfügung😉 und dann direkt den KiPo-Sumpf trockenlegen. Dazu gibt es schließlich direkt beim Provider eine Abuse-Mailadresse.

    So bestände auch die Möglichkeit, dass der Dreck wirklich vom Netz genommen würde und sogar die KiPo-Produzenten hinter Schloss und Riegel gebracht würden. Aber das kostet ja Geld und ist nicht wahlkampf- und „Blöd“-Zeitungskompatibel … *aufreg*

    Und der Wirtschaftsminister erdreistet sich, Formulierungen zu wählen, in denen die UnterzeichnerInnen der Petition ins Licht von KiPo-Befürwortern gerückt werden … *grrr*

    Herr von und zu Guttenberg soll lieber mal aufpassen, dass seine Lobbyverbindungen zu „Innocence in Danger“ und deren Geschäftsführerin Julia von Weiler nicht plötzlich des Web verlassen und auch in den Mainstream-Medien auftauchen:
    http://computerversteher.wordpress.com/2009/05/06/lobbyismus-durch-innocence-in-danger/

    Es könnte durchaus sein, dass sich die Volksverdummungskampagne der „von“s noch gegen sie wendet …

    Ich plane noch weitere Beiträge zum Thema Lobbyismus, ein interessanter Punkt ist z.B. der Open-Access-Streit, aber ich will nicht wieder in den „Zutextmode“ verfallen, daher nur der Link😉

    http://www.heise.de/newsticker/Open-Access-Streit-zweiter-Akt–/meldung/137027

    hf reading

    CVC

    computerversteher

    12. Mai 2009 at 19:46

  3. […] Wir sind das Volk: Löschen statt Sperren!  […]


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