Wir sind das Volk.

Zwei aus dem Volk sagen ihre Meinung.

Archive for September 2009

Letzte Chance – heute ist die Wahl!

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Heute nun ist es also soweit. Unser Volk darf wieder einmal wählen. Aller Voraussicht nach wird es ein schwarz-gelbes Bündnis zum Machtgebrauch geben. Sollte das überraschenderweise nicht funktionieren, dann wird es wohl eine Verlängerung des schwarz-roten Machterhaltungsbündnisses geben. Beides wird unser Land wohl leider nicht voran bringen, sondern eher weiter in Richtung Steinzeit treiben.

Wer am heutigen Wahltag immer noch unsicher ist, wen  sie oder er wählen soll, dem sei als Wahlhilfe die wirklich gut gemachte und soweit ich es beurteilen kann, objektive Seite Wen-Wählen aus dem Dunstkreis des AK-Zensur ans Herz gelegt. Eine letzte Gelegenheit, die eigene Meinung mit den Aussagen der Parteien zu vergleichen. Vielleicht hilft es, die persönliche Meinung zu finden und/oder zu festigen.

Ich wünsche uns allen einen überraschenden Wahltag und – um es mit den Worten des Bundespräsidenten zu sagen – möge ein Ruck durch unser Volk gehen!

Wir sind das Volk.

Written by mjuenemann

27. September 2009 at 03:33

Veröffentlicht in demokratie, Wahlkampf

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Urheberrecht – neue Fronten werden aufgebaut. Lesetipps!

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Es begann mit der Erfindung der digitalen, verlustfreien Kopie. Es ging über private Raubkopierer bis zu Pirate Bay. Mittlerweile hat die Diskussion über das Urheberrecht eine ganz neue Qualität erreicht. Mittlerweile ist es nicht nur die Musikindustrie, die verzweifelt gegen jede digitale Kopie kämpft, oder die Filmindustrie. Inzwischen ist der Kampf auch bei Zeitungen und Journalisten angekommen. Auch hier kämpft die “Verwertungsindstrie” mit der Kopierbarkeit ihrer kostbaren Verwertungs-Ressourcen.

Hamburger Erklärung
Hubert Burda, der Verleger und Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger hat in der Hamburger Erklärung ein “Leistungsschutzrecht” für Verlage gefordert. (Die Hamburger Erklärung bei Axel Springer, Die Hamburger Erklärung als PDF).

Wie kürzlich auch hier im Blog berichtet, hat sich der SPD Kanzlerkandidat Steinmeier vor diesen Karren spannen lassen und plant in seiner “Schatten”-Medienpolitik die Einführung eines solchen “Leistungsschutzrechtes”.

Internet-Manifest
Nun hat “das Netz” in Gestalt von fünfzehn einflussreichen Bloggern und Journalisten zurückgeschlagen. In ihrem Internet-Manifest haben sie 17 Behauptungen aufgestellt, wie Journalismus heute funktioniert (unter anderem Thomas Knüwer, Markus Beckedahl, Johnny Häusler, Stefan Niggemeier,…). Mit ihren zum Teil gut durchdachten, teilweise aber zu kurz geratenen – und leider in manchen Teilen erschreckend ungenauen oder gar falschen – Thesen, bezieht das das Manifest eine klare Gegenposition zu den “Burda’s” und “Springers”.

Das Manifest ist aber auch an sich bereits ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Journalismus und Kommunikation im Internet-Zeitalter funktionieren: Es ist nicht etwa in Stein gemeißelt, sondern es ist integriert in ein Wiki (Wiki? Siehe Wikipedia Erklärung), welches eine offene und interessante Diskussion und direktes Feedback ermöglicht. Anders als Burda’s Hamburger Erklärung ist das Internet-Manifest von Anfang an ein typisches Stück Internet.

Auch, wenn das Manifest noch nicht ganz fertig scheint – schon jetzt hilft es, die verlogene Doppelmoral der klassichen Zeitschriftenverlage zu demaskieren. Diese wollen aus reiner Profitgier ihre Pfründe schützen und vollkommen veraltete und bereits nicht mehr funktionierende Systeme mit aller Gewalt am Leben erhalten – obwohl der Journalismus längst neue Formen angenommen hat.

Hierzu noch ein weiterer Artikel:

Urheberecht unter Druck
Auf Zeit online ist gestern ein hochinteressantes Interview veröffentlich worden. Unter dem Titel “Jura ist nicht dazu da, antiquierte Geschäftsmodelle zu schützen” befragte Zeit online den Rechtsprofessor und Richter Thomas Hoeren. Und der nahm kein Blatt vor den Mund, sondern gab ein geradezu erstaunliches Interview

Schade, dass das Intervie nur so kurz ist, man wünschte sich noch viele weitere Antworten von Herrn Hoeren zu hören. Trotzdem: Unbedingt lesen!

Written by mjuenemann

8. September 2009 at 21:54

Die SPD bewegt sich – immer weiter weg vom Netz

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Der Kanzlerkandidat der SPD, der so gern der neue Kanzler aller Deutschen werden würde, hat sich zu Wort gemeldet. Er hat seine Pläne und seine Meinung im Bereich der Medienpolitik geäußert. Neben dem gebetsmühlenartig wiederholten – sehr begrüßenswerten – Wunsch, Breitband-Internet-Anschlüsse auch aufs Land zu bringen, sind insbesondere zwei Punkte in Steinmeiers Text sehr interessant:

Aktuell ist deshalb über die folgenden Instrumente und Möglichkeiten nachzudenken:

1. Ein zeitgemäßes Medienkonzentrationsrecht, das vor allem auch der Entwicklung der Speichermedien (on demand) Rechnung trägt und neue Vermachtungsstrukturen (Google und Co.) klein hält.

[…]

4. Erleichterungen im Pressefusionsrecht für die Zeitungen sowie die Einführung eines Leistungsschutzrechts für Verlage im Urheberrrecht, damit kostspielig erstellte Inhalte nicht beliebig kostenlos kommerziell verwertet werden können.

(den ganzen Text gibte es auf Carta: “Die Beziehung von Medien und Demokratie ist heute manchmal brüchig” )

Zunächst einmal: Hooray, die Piraten haben etwas bewirkt. Ich nehme es mal als ein gutes Zeichen, dass Herr Steinmeier sich genötigt fühlt, sich in diesem Bereich zu äußern.

Aber was um alles in der Welt sagt er da? Er will ein Leistungsschutzrecht für Verlage im Urheberrecht? Er hat sich also offensichtlich auf die Seite der weinenden, klagenden und mit Fingern auf das böse Internet zeigenden Verlage geschlagen.
Erleichterungen im Pressefusionsrecht? Jetzt sollen noch weniger dafür noch größere Medienkonzerne die Meinungsmacher-Macht in die Hände bekommen?
Und zuvor hat er quasi im Rundumschlag auch noch mit dem Finger auf das böse Google gezeigt und von Vermachtungsstrukturen gesprochen, die man klein halten muss – das ist schon perfide.

Und das alles, so kann man seinem Text entnehmen, weil die Medien ein schützenswertes Kulturgut sind.

Ja, ja, Herr Steinmeier, genau da liegt der entscheidende Punkt: die Medien!
Aber, Herr Steinmeier, was sind denn die Medien heute? Sie haben offensichtlich Ihre Brille nicht geputzt, sonst müssten Sie doch eigentlich wissen, dass sogar Google ein Teil dieser Medien ist. Das selbst wir mit unserem kleinen Blog hier im Internet ein Teil sind. Was macht denn die geldgierigen, monopolistisch agierenden Verlage, die in der prä-Internet-Zeit so schön viel Geld verdient haben, und die jetzt darüber heulen, dass das böse Internet ihr saftiges Monopol zerstört so anders und einzigartig, dass nur diese offenbar “die Medien” sind?

Und dann, damit es auch wirklich jeder versteht, kommt Herr Steinmeier am Schluss auf den Punkt:

Alle diese Maßnahmen haben nur ein einziges Ziel: Die Leistungsfähigkeit des deutschen Mediensystems wenigstens auf dem heutigen Stand zu erhalten, besser noch, auszuweiten.

Genau – es geht darum, mit aller Macht die alten Strukturen zu erhalten und am Besten noch auszuweiten.

Traurig. Die SPD macht sich nicht nur zur Marionette eben dieser alten Strukturen, sie schafft es auch noch nicht einmal, einen ernsthaft unterschiedlichen Standpunkt zur CDU/CSU herauszuarbeiten.

Nachtrag:
Einen sehr guten Kommentar gibt es auch auf Netzwertig: Steinmeier fordert Leistungsschutzrecht für Verlage

Und noch ein Nachtrag:
Es gibt auf Carta ganz aktuell noch einen sehr lesenswerten Bericht über ein weiteres Papier von Herrn Setinmeier, seinen Deutschlandplan: Steinmeiers Deutschland-Plan: Die Romantik der alten Erfolgsmodelle

Written by mjuenemann

7. September 2009 at 02:04

Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl

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Wer – so wie ich – immer noch mit sich ringt, wem denn die wertvolle Stimme zur Bundestagswahl gegeben werden soll, dem lege ich den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung ans Herz!

Der Wahl-O-Mat fragt die persönliche Meinung zu 38 Thesen ab. Je genauer die eigene Antwort hier ist, desto besser wird das Ergebnis. Zu allen 38 Thesen wurden nämlich auch die 24 Parteien befragt, die zur Bundestagswahl antreten.

Nach Beantwortung aller Fragen, kann man einige Fragen noch doppelt gewichten – manche Themen sind einem persönlich einfach viel wichtiger, als andere. Anhand der Antworten und der Gewichtung ermittelt der Wahl-O-Mat nun die Übereinstimmung mit den Parteien, die zur Bundestagswahl antreten. Es war für mich verblüffend, welches Ergebnis dabei herauskam.

Interessant ist dann natürlich die Einzelaufstellung der Antworen – man kann zu jeder These genau sehen, welche Antwort jeweils von welcher Partei gegeben wurde und wie man selbst geantwortet hat. Das hilft ungemein, die Positionen der Parteien besser einzuschätzen.

Also, unbedingt bis zur Bundestagswahl ein bisschen Zeit nehmen und den Wahl-O-Mat einfach mal ausprobieren. Möglicherweise wird die bereits getroffene Entscheidung untermauert. Wenn man noch schwankt, bekommt man eventuell entscheidende Hinweise. Aber vielleicht ist das Ergebnis auch ganz anders, als erwartet – dann lohnt es sich, genau hinzusehen und die eigene Position in den einzelnen Fragen mit der Position der Parteien zu vergleichen.

Fazit: Ein Besuch beim Wahl-O-Mat schadet auf keinen Fall!

Written by mjuenemann

5. September 2009 at 02:28

Veröffentlicht in demokratie, Wahlkampf

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Und Piraten aus einer ganz anderen Perspektive

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Beim durchstöbern von  Blogs stieß ich heute auf ein interessantes Posting, welches die Piratenpartei einmal aus einer ganz anderen Perspektive beleuchtet. Oder vielmehr, die sich an das Posting anschließende Diskussion beleuchtet viele interessante Aspekte, die ich bisher noch nicht entdeckt hatte.

Antje Schrupp stellt in ihrem Blog die Frage: Kann eine Feministin Piraten wählen?
In der sich anschließenden Diskussion mit mittlerweile mehr als 160 Redebeiträgen melden sich bekennende Anhänger und Anhängerinnen der Piratenpartei ebenso zu wort, wie Feministinnen unterschiedlichster Denakanschauung und noch viele weitere Frauen und Männer. Natürlich sind nicht alle Diskussionsbeiträge von gleicher Qualität, aber wer der ganzen Diskussion folgt, bekommt viele interessante Einblicke und Denkanstöße. Ein Lesetipp für Frauen und Männer.

Written by mjuenemann

5. September 2009 at 01:51

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